Transformationskonferenz Digitalisierung

Die Digitalisierung verändert unsere Welt. Manche Experten sprechen bereits jetzt von einer größeren Veränderung als bei der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Und tatsächlich: Der digitale Wandel betrifft nahezu all unsere Lebensbereiche. Soziale Netzwerke, das „Internet der Dinge“, „Big Data“ oder Industrie 4.0“ sind nur einige Stichworte, die Auswirkungen auf gesellschaftliche, ökonomische, kulturelle ebenso wie informationstechnische Prozesse haben.

Auch die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) widmet sich diesem Thema. In Berlin fand daher am 22. Januar eine Transformationskonferenz statt, die sich ausschließlich dem weiten Feld der Digitalisierung widmete. Auch wir von mecodia waren als Experten auf dem Podium vertreten und hatten vor Ort die Möglichkeit ein von uns mitverfasstes Positionspapier zur „Medienkompetenz in der Lehramtsausbildung“ vorzustellen.

Europa hinkt hinterher

Hauptredner war Ben Scott. Er ist Programmdirektor für die Europäische Digitale Agenda bei der Stiftung Neue Verantwortung und war früher Innovationsberater im Stab der US-Außenministerin Hillary Clinton. Europa stellt er im globalen digitalen Wettbewerb ein schlechtes Zeugnis aus. „Europa hinkt hinterher. Die Infrastruktur ist unterentwickelt, es gibt zu wenige große Internetunternehmen, es fehlen Investitionen und Neugründungen, die Start-Up-Kultur ist unterentwickelt“, so Scotts nüchterne Bilanz. Er forderte neben einem Kulturwandel auch ein flächendeckendes Glasfasernetz. Weitere Redner waren der Vorsitzende der KAS und Präsident des Europäischen Parlaments a.D., ebenso wie Peter Johan Hustinx, europäischer Datenschutzbeauftragter a.D. und Andrea Voßhoff, Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit. Mehr zu den Ergebnissen der Konferenz lesen Sie hier im Bericht der KAS. Den sehr zu empfehlenden Impulsvortrag von Ben Scott können Sie hier nachhören.

Digitalisierung als Herausforderung für das Bildungssystem

Mit vertreten auf dem Podium war auch mecodia. In meiner Funktion als Geschäftsführer der mecodia Akademie berichtete ich über unsere Erfahrungen wie die Menschen mit Neuen Medien und der damit einhergehenden Veränderung ihrer Lebenswelt umgehen. In unserer Arbeit erleben wir täglich vor welche Herausforderungen der digitale Wandel uns alle stellt. Besonderen Nachholbedarf sehen wir für das deutsche Bildungssystem. Bisher ist es noch nicht ausreichend auf die Anforderungen der digitalen Welt ausgerichtet. Neben Fort- und Weiterbildungsangeboten für pädagogische Fachkräfte sollte besonders die Ausbildung in den Mittelpunkt gerückt werden.

Positionspapier: Medienkompetenz in der Lehramtsausbildung

In einem Positionspapier nimmt sich die Konrad-Adenauer-Stiftung genau diesem Thema an. Unter der Mitarbeit von mecodia sowie Experten aus Bildung, Wissenschaft, Politik und Medien entstand in den vergangenen Monaten ein Papier mit konkreten Handlungsempfehlungen für die Verankerung der Medienkompetenz in der Lehramtsausbildung. Gefordert werden unter anderem eine verbindliche und prüfungsrelevante Verankerung der Medienbildung im ersten und zweiten Staatsexamen und die Einrichtung einschlägiger Lehrstühle an den Hochschulen. Adressaten sind unter anderem die Kultusminister- und Hochschulrektorenkonferenz sowie die zuständigen Ministerien, Parlamente und Schulträger. Das gesamte Positionspapier können Sie hier einsehen.

(Bilder: KAS/Liebers)

Von |2016-12-21T13:08:08+01:0029. Januar 2015|Akademie|

Autor: