Wie erstelle ich ein sicheres Passwort?

Sichere Passwörter braucht jeder – egal ob E-Mail-Konto, Bildschirmsperre auf dem Smartphone, Zugangspasswort bei Facebook oder das Anmelden auf dem heimischen PC. Doch nicht jedes Passwort ist auch sicher! Viele schützen nicht ausreichend, sondern machen es Hackern und Cyberkriminellen all zu einfach, auf deine Daten zuzugreifen. Wir zeigen, wie einfach man sich sichere Passwörter generieren kann, die sich trotzdem gut merken lassen.

Regeln für ein starkes Passwort

Eine Sache, die es stets zu bedenken gilt, ist: Jedes Passwort kann geknackt werden!
Entscheidend ist aber die Zeit, die benötigt wird, das Passwort zu knacken. Je komplizierter sich ein solcher Angriff gestaltet, desto sicherer sind die eigenen Daten.

Die wichtigsten Aspekte, die ein starkes Passwort beinhalten sollte sind:

  • mindestens 12 Zeichen
  • darunter Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen
  • Es sollte keine Begriffe enthalten, die mit einem selbst in Verbindung stehen, wie zum Beispiel der eigene Name.

Nicht jedes Passwort, das diese Voraussetzungen erfüllt, ist automatisch sicher. Auch ein Passwort mit einem einfachen Wort, einer Zahl und einem Sonderzeichen dahinter (z.B. “Backofen1!”), kann relativ schnell geknackt werden.
Daher ist vor allem Folgendes ausschlaggebend: “Die Länge ist das, was zählt!”

Eine Regel gilt immer: “Die Länge ist das, was zählt!”

Je länger ein Passwort, desto schwerer kann es ein Angreifer herausfinden. Deshalb sollte ein Passwort immer so lang wie möglich sein.

So ist das Passwort “mecodia rockt das Internet!” mit einem normalen Computer und passender Software schätzungsweise erst nach einer Quintilliarde Jahren berechnet. Es ist also für Software fast unknackbar und auch für andere Menschen nur schwer zu erraten. Auch das Verändern eines Satzes kann schon für mehr Sicherheit sorgen (zum Beispiel “Morgenstund hat Bäume im Mund” = 1 Oktillionen Jahre Rechenzeit).

So erstellt man ein gutes Passwort

Es gibt verschiedene Tricks, die helfen können, um ein gutes Passwort zu erstellen.

Mit diesen Tricks gelingt ein gutes Passwort:

  1. Ersetzen-Trick / Leetspeak
  2. Satz-Trick
  3. Wort-Trick
  4. Passwörter variieren

1. Ersetzen-Trick / Leetspeak

Leetspeak ist eine einfache Möglichkeit ein Wort so zu verändern, dass es als sicheres Passwort eingesetzt werden kann. Dazu werden Buchstaben durch Sonderzeichen und Zahlen ersetzt. So kann zum Beispiel aus einem “E” eine “3” werden, oder aus einem “S” wird das Sonderzeichen “§”.

Beispiel: Passwortsicherheit = Pa§sw0rts/ch3rhe1t
  • Vorteil: Aus einem einfachen Wort lässt sich ein sicheres Passwort zaubern. Gerade auch Menschen aus dem eigenen Umfeld können es dann nicht mehr so einfach erraten.
  • Nachteil: Es kann eine Weile dauern, bis man selbst dieses Passwort eingegeben hat. Vertippen kann vorprogrammiert sein. Und wenn das Passwort zu kurz ist, können Angreifer auch diesen Code einfach knacken.

2. Satz-Trick

Denke dir einen Satz aus, den du dir leicht merken kannst. Nun nimmst du von den einzelnen Wörtern immer den Anfangsbuchstaben sowie die Zahlen und Sonderzeichen und fügst diese zu einem neuen Wort zusammen.

Beispiel: Heute Nachmittag um 16:30 Uhr gehe ich ins Fußballtraining! = HNu16:30giiF!
  • Vorteil: Einen Satz kannst du dir einfacher merken als viele zufällige Zeichen. Durch den Satztrick hast du trotzdem ein sicheres Passwort. Achte aber immer darauf, dass auch alle Vorraussetzungen erfüllt sind.
  • Nachteil: Es besteht das Risiko, dass durch den Satztrick ein zu kurzes Passwort entsteht. Achte also immer auf eine ausreichende Zeichenanzahl.

3. Wort-Trick

Eine weitere Möglichkeit dir ein sicheres Passwort zu erstellen ist das Aneinanderreihen von Wörtern. Nimmst du dir drei Worte, die in keinem logischen Zusammenhang stehen, ergibt das ein sehr langes und sicheres Passwort.

Beispiel: FußballPasswortsicherheitBaum
  • Vorteil: Es gibt fast keine einfachere Möglichkeit dir ein langes Passwort zu erstellen. Obwohl du zum Eingeben ein bisschen Zeit benötigst lohnt sich der Aufwand.
  • Nachteil: Du musst sicherstellen, dass die verschiedenen Worte in keinem logischen Zusammenhang stehen (z.B. nicht TischFuß oder StuhlBein). Die Worte dürfen sich auch nicht wiederholen.

4. Passwörter variieren

Setze nie überall das gleiche Passwort ein, denn wenn eines geknackt ist, sind alle anderen Dienste auch nicht mehr sicher. Allerdings verlierst du schnell den Überblick, wenn du für jeden Dienst den Satztrick anwendest oder ein Wort mit Leetspeak aufbesserst. Aber auch dafür gibt es einen einfachen Tipp! Zu deinem sicheren Passwort ergänzt du am Anfang oder Ende noch die ersten drei oder vier Buchstaben des Dienstes, für den du das Passwort benutzen möchtest.

Beispiel: HNu16:30giiF! als Passwort bei Amazon = HNu16:30giiF!Ama
  • Vorteil: Du hast für jeden Dienst ein eigenes sicheres Passwort, das du dir trotzdem leicht merken kannst. Unser Tipp: Mit dem Satztrick kombinieren!
  • Nachteil:

Check dein Passwort!

Du darfst nie vergessen, dass jedes Passwort irgendwann geknackt werden kann – egal wie lang es ist. Das dauert vielleicht eine Weile, aber 100% Schutz kann es nie geben.

Wenn du testen möchtest, ob dein Passwort wirklich sicher ist, dann schau auf auf unserer Seite CheckDeinPasswort.de vorbei.

Um zu verstehen, warum du ein sicheres Passwort benötigst und wie du es am besten erstellst, musst du erst einmal verstehen wie ein Angreifer vorgeht, um dein Passwort zu knacken. Es gilt: Jedes Passwort kann irgendwann geknackt werden. Durch die praktischen Tricks versuchst du also die Zeit zu verlängern, die ein Angreifer zum Knacken benötigt. Das Passwort „Fußball“ kann in wenigen Sekunden geknackt werden. An „?Fu55bA77!“ muss ein Angreifer schon länger herumprobieren. Grundlegend hat ein Angreifer zwei verschiedene Herangehensweisen, um dein Passwort zu erhalten. Entweder bricht er auf dem Server eines Dienstanbieters ein oder du lieferst ihm dein Passwort einfach frei Haus. Wie genau das funktioniert kannst du bei “So werden Passwörter geknackt” nachlesen.

Screenshot von CheckDeinPasswort.de

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